Monster im Check: RAPTOR

Wir waren auf Tour zum Neuheiten-Check.

Diesmal auf dem Programm eine der spektakulären Neuheiten 2011 überhaupt: Raptor im Gardaland – Italien.

Raptor ist der erste „Wing-Coaster“, ein neuer Achterbahn-Typus aus dem Hause „B & M“. Der schweizer Hersteller hat mit diesem neuen Achterbahn Konstrukt seine Produktpalette wieder einmal erweitert. Neben Dive-Coaster und Flying Coaster, die wohl beide mit zu den „fettesten“ (im wahrsten Sinne des Wortes) Coaster-Arten überhaupt zählen, bietet der Wing-Coaster ein völlig neues Fahrgefühl.

Die Anordnung der Sitze wurde ähnlich wie dem Protyp Konzept von Intamin – Furius Baco – neu überdacht. Der Fahrgast nimmt nicht mehr klassisch oberhalb, oder unterhalb des Tracks platz, sonder befindet sich rechts bzw. links neben der Schiene.Durch diese Positionierung wird nicht nur der Blick nach unten und nach oben frei, sondern gerade in Kurvenfahrten ergibt sich durch den knapp sechs Meter breiten Zug ein komplett neues Fahrgefühl. Am deutlichsten wird dies in den Überkopf-Elementen wie der Zero-G-Roll und dem Inline-Twist, doch dazu später mehr.

Zur Story…

Tief im inneren des Garadalands, weit unter der Erde, lebt seit Jahrzehnten eine unheimliche Kreatur. Es war nur eine Frage der Zeit bis diese das Tageslicht erblickt und an der Oberfläche ihr Unwesen treiben wird. Eben dies ist nun geschehen. Der Fahrgast hängt an den Klauen der Kreatur, die über dem Gardaland ihre Runden zieht.

Der Gast betritt den neuen Bereich durch ein großes Portal. Filmfans werden den Bezug zu Jurassic-Park wohl kaum leugnen können. Große Zäune mit Maschen- und Stacheldraht umgeben das Areal. Der gesamte Wartebereich ist mit über drei Meter hohen Zäunen umgeben, die wie eine Art Sicherheitsareal wirken. Vom großen Vorplatz der Attraktion aus, kann man nahezu die gesamte Streckenführung erkennen.

Auch während der Wartezeit hat der Gast die Möglichkeit das Geschehen hautnah zu verfolgen, da die Bahn direkt über seinen Köpfen hinweg gleitet. Auffällig hierbei ist das B&M typische sehr ruhige Gleiten der Bahn. Nahezu lautlos – solang die Gäste nicht schreien – fliegt der Raptor mit seinen Insaßen an den Krallen um die Köpfe der wartenden und staunenden Gäste.

Die neuen Sitze…

Nachdem der Gast rechts, bzw. links neben der Schiene in einem der bequemen Sitze platz genommen hat, kommt er in den Genuss des neuen Bügelsystems von B&M. Durch eine sehr offene Führung der Haupt-Schulterbügel ist eine Ohrfeigenfreie Fahrt gewährleistet. Ähnlich wie dem Sitzkonzept von Vekoma-Flyern erhält der Gast zusätzlich mit den Schulterbügeln eine Art Hosenträgergurt, der sich wie beim Auto-Anschnallgurt variabel dem Oberkörper anpasst und so die Passform und der Tragekomfort sehr angenehm ist. Gerade bei den Überkopfelementen hat man so einen sehr sicheren Halt und dennoch sehr gute Bewegungsfreiheit der Arme.

Der Fahrverlauf…

Nachdem der Zug die Station verlässt und aus dem Bahnhofsgebäude den Lifthügel empor steigt, hat man einen hervoragenden Ausblick auf das halbe Gardaland und den Gardasee. Im Hintergrund sind die Berge zu erkennen. Einen Moment des Verschnaufens hat man Zeit, bevor es beim First Drop, sehr zackig über einen der Wege geht. Den staunenden Gästen, die unten auf dem Weg die Fahrt verfolgen entgegen, steuer der Zug die Einfahrt in die hoch gelegene 180°-Linkskehre ein, die kurz vorm Berg des „Mammuts“ erfolgt.
Parallel zum First-Drop erfolgt die Einfahrt in die Zero-G-Roll. Nun befindet sich der Fahrgast kurz vor der Station, bevor es in einer Linkskurve, durch ein zerstörtes Tor – dem ersten Chopper-Effekt geht.
Der Camelback, direkt über dem Portal des Areals erfolgt mit angenehmer kurzer Airtime, die jedoch durch eine Reduzierbremse leider verringert wird. Über dem nachfolgenden künstlichen Moor drehen wir eine Linkskurve und fahren in das zweite Überkopf-Element, einem Korkenzieher ein, der gerade in der ersten Reihe deutliche bei Ausfahrt aus dem Element für „Hangtime“ sorgt. Der Korkenzieher endet in einer Rechtskurve, weiter durch einen Felsvorsprung in dem der Fahrgast nicht nur den Eindruck hat einen Kopf kürzer gemacht zu werden, sondern zudem auch durch eine Nebelwand rauscht und bei heißem Wetter so für Abkühlung sorgt. Die nachfolgende Linkskurve bildet die Einfahrt in den Inline-Twist, wo der Fahrgast bei vier aufeinander folgenden Head- oder Leg-Chopper Effekten ständig den Eindruck hat entweder Kopf oder Füße zu verlieren. Nebelwände und Theming-Objekte machen gerade diesen sehr langsam durchfahrenen Abschnitt erlebenswert.
Bei Ausfahrt des Inline-Twist ist die Fahrt leider auch schon fast vorbei. Der Zug wird in der Blockbremse vor der Station abgebremst, bevor es wieder in die unterirdisch gelegene Station geht.

Fahrgefühl

Gerade die Zero-G-Roll im ersten Teil der Fahrt sorgen für mächtig Spaß und gute Laune. Hier merkt man bei den unterschiedlichen Sitzpositionen jedoch einen extrem großen Unterschied. Während man auf der linken Seite aus dem Sitz gehoben wird, erfährt der Fahrgast auf der rechten Seite jedoch einen starken Druck in die Sitzschale.
Sämtliche Elemente werden butterweich durchfahren. Schläge wie sie bei Wing-Coaster gerne zu spüren sind, konnten wir in den ersten Reihen nicht feststellen. In den hinteren Reihen jedoch spürten wir starke Vibrationen, gerade bei der Taldurchfahrt nach dem First-Drop und in den schnell durchfahrenen Kurven. Dass „Herumgerissenwerden“ jedoch macht auch eine Fahrt in der letzten Reihe zu einem besonders empfehlenswerten Erlebnis.
Durch den Reihenabstand von gut zwei Meter zum Vorder- bzw. Hintermann kann man zudem auf allen Plätzen gleichermaßen gut sehen.

Meine Empfehlung jedoch: 1. Reihe links oder rechts.

Fazit:

Durch die starke Thematisierung erfährt der Fahrgast ein Fahrerlebnis der besonderen Art. Das Jurassic-Park Feeling kann stark überzeugen, genau so wie die sehr toll thematisierten Fahrzeuge. Über 90 Theming Objekte, nicht nur eine hübsche Lackierung, sorgen für eine toelle Atmospähre, auch während der Fahrt.
Durch den sehr ruhigen Fahrverlauf (zumindest in den ersten Reihen) ist die Fahrt auf jeden Fall auch nach der 20 Fahrt noch empfehlenswert. Der Fahrkomfort und die Armfreiheit überzeugen hier auch vollständig.
Prototypen typisch ist die Fahrt leider recht kurz aber dennoch einen Besuch wert. Gerade die Position der Sitze neben der Schiene ermöglichen nicht nur neue Perspektiven, sondern völlig unterschiedliche Fahrgefühle auf den einzelnen Sitzen.
Fazit: Absolut empfehlenswert!

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