Erlebnisbericht Blue Fire

Update: 02.Juli

Zwischen Felsen und Schluchten, Bäumen und Büschen windet sich der neue Megacoaster des Europa Parks, in Rust bei Freiburg durch das neu angelegte isländische Areal. Auf über 15ha Fläche wurde in knapp einem Jahr Bauzeit ein komplett neuer Themenbereich mit Geisiren, Bergen und Felsen, sowie ein ganzes Fischerdorf errichtet. Nachdem der Gast das große Eingangsschild passiert hat, findet er sich zwischen den blauen Stahlschienen des Blue Fire Megacoasters wieder. Die Warteschlange verläuft unter der Bahn, neben der Bahn in fast greifbarer Nähe vorbei. Im Minutentakt gleitet einer den (aktuell) vier Züge über die Strecke. Ja nahezu gespenstisch, trotz hoher Geschwindigkeit dennoch fast lautlos. Jediglich das Scheien der Gäste durchdringt die Felsformationen. Ähnlich wie die „Black Mamba“, im Brühler Phantasialand, ist „Blue Fire“ eine der modernsten Achterbahnen weltweit. Ein innovatives Bügelsystem, das Überkopffahrten ohne Schulterbügel möglich macht, vermittelt dem Fahrgast ein völlig neues Fahrgefühl. Ob mit Tempo 90 durch einen riesigen Looping, mit atemberaubender Geschwindigkeit vorbei an Felskanten oder durch Bergmasive, ständig über Kopf, bleibt der Fahrgast dennoch sicher in seinem Sitz. Arme nach oben heißt hierbei die Devise, wer die ständig auftretende „Airtime“ genießen will. Für viele Gehört dazu eine Menge Mut, gerade in einer der vier Überkopf Elemente (= Inversionen), die es zu durchfahren gilt. Wer genau hin hört stellt sogar fest, dass man während der Fahrt mit Musik berieselt wird. Ein neuartiges „On-Board“ Soundsystem spielt zur Fahrt passende Musik ein. Mir selbst ist es aber auch erst bei der dritten Fahrt aufgefallen, vielleicht gerade weil es einfach passend abgestimmt ist und die Fahrt gut untermauert. Jeder kennt es aus guten Hollywood-Streifen: Da fällt einem auch nicht gleich auf, dass gerade in einem spannenden Moment die Horrormusik einsetzt. Nach einer gefühlten Kilometer langen Warteschlange durch das Felsmasiv Islands, kommt man als Fahrgast dann bald vor dem Stationsgebäude an. Ein paar Meter vor großen, holzverkleideten Haus, kann man wählen ob man sich für die erste Reihe, die letzten Reihen, oder gar als „Single-Rider“ anstellen möchte. An dieser Stelle sei erwähnt, dass dieses Single-Rider Konzept in Deutschland noch nicht weit verbreitet ist, für einen einzelnen Fahrgast aber doch erhebliche Wartezeit spart. Hier kann der Fahrgast dann nicht wählen in welcher Reihe er sitzt, sondern ihm wird stattdessen ein Platz, der gerade frei ist, zugeteilt. In der Praxis klappt das gut, zumal dass so immer der Zug komplett belegt werden kann. Wer sich für eine Fahrt in der ersten Reihe entscheidet, muss leider mit einer nicht unerheblichen zusätzlichen Wartezeit rechnen. Zwar sind die zu laufenden Meter, bis zum Einstieg weniger, als für die letzten Reihen, jedoch aufgrund des „Platzmangels“ dauert es hier ein paar Fahrten mehr, bis für einen selbst der Ritt beginnt. Für meinen Geschmack kann ich Jedem eine Fahrt auf Blue Fire in der ersten Reihe aber empfehlen. Das Feeling ist einfach ein Anderes, doch dazu später mehr. Und ob man nun 60 Minuten, oder 90 Minuten ansteht, macht den Braten dann auch nicht mehr fett! 😀 Nach gut und gerne 90 Minuten, ist es dann geschafft. Man erreicht die Station, den Einlass zum Sitz von Blue Fire. Je nach Besucherandrang variiert die Zeit natürlich. Bei unserem Besuch Ende April lag die Wartezeit tagsüber zwischen 20 und 70 Minuten. Die Vorfreude steigt, der Puls wird immer schneller. Nachdem einen in den hinteren Reihen eine Reihe zugewiesen wurde, wartet man seelenruhig, sofern dies möglich ist, auf den nächsten Zug. Der Zug hält an, die Tore öffnen sich. Platz nehmen in einem der modernen, bequemen Sitze. In leichter Erhöhung lässt man sich in die überaus bequemen, großen, roten Sitze fallen. Ich fühle mich wie auf meinem Sofa. Sehr bequem, kaum zu vermuten dass ich mich gerade in die Fänge einer neuen High-Tech Achterbahn begeben habe. Die Spannung steigt, die Bügel schließen sich – von oben. Nun gibt es kein Zurück mehr. Stufenlos verstellbar verriegelt der Haltebügel, der mit einem Pulsmesssystem ausgestattet ist, was aber leider nicht ganz seinen Dienst zu verrichten scheint. Ich selbst fühle mich als wenn ich gerade einen Dauerlauf absolviert habe und das Gerät zeigt behagliche 58 Schläge in der Minute an. Das kann bestimmt nicht stimmen ;-)… Aber noch ist der Coaster ja auch noch nicht so lange offen, weshalb dies wohl noch zu den Kinderkrankheiten zählt. Alle Bügel sind geschlossen, der Zug setzt sich in Bewegung. Hinaus aus der Station, hinein in eine Art Höhle. Fortsetzung vom 02.07.2009 Der erste Anblick erweckt den Eindruck als befinde sich der Fahrgast auf dem Weg durch ein unterirdisches Labor. Anders als von herkömmlichen Geisterbahnen bekannt, wird man nicht mit irgend welchen Texten zugepflastert, sondern hier zähl allein die Optik die einen in die Thematik einführt. Nach zwei Kurven geht es auch schon auf eine Gerade. In einem, so wirkt es, Schuppen, hält der Zug an. Eine Warnlampe ertönt, Rauch und Nebel wird aus zwei großen Behältnissen mitten über die vor uns liegende Fahrstecke geblasen. Was passiert jetzt? Die Sirene ertönt, wird immer lauter. Vor uns öffnet sich ein Tor über der Schiene. Kaum drei Sekunden später werden wir auch schon in die Sitze gepresst. Der rund zehn Tonnen schwere Achterbahnzug der Blue Fire donnert mit einer affenartigen Geschwindigkeit aus der Halle heraus, vorbei an der Warteschlange und geradewegs auf den riesigen Horseshoe-Turn, dem ersten Fahrelemet zu. Dieser Überdimensionale Bogen, bei dem man fast den Eindruck hat stehen zu bleiben, gewährt einen kurzen Ausblick auf die gesamte Strecke, die nachfolgenden Elemente und die wartenden Gäste. Wie klein diese doch auf einmal auf gut 30 Meter Höhe wirken… In der ersten Reihe hat man sogar Airtime, während der Zug sich wieder aufwärts, hinein in ein Felsmasiv bewegt. Mit gut 90 Stundenkilometern rasen wir durch einen Felsvorsprung, hinein in den größten Looping Europas. Insbesondere den einzigen Looping auf einer Katapultachterbahn in Europa. Wow, welche Höhe. Kein Gast verliert in diesem Moment wohl den Gedanken: Bleib ich im Sitz, auch ohne Schulterbügel? Allen Bedenken zum Trotz und der Zentrifugalkraft wegen, bleiben wir ganz locker auf unseren Sitzen. Mit ähnlichem Tempo wie es zuvor in den Looping ging, folgt auch gleich nach der Loopingausfahrt eine überneigte Kurve, bevor es steil hinauf in die Blockbremse geht. Ein kleiner Moment bleibt zum verschnaufen, ein kleiner Blick nach rechts über die weitere Strecke. Dann geht es auch schon wieder abwärts. Mit einer rechts-links Kombination wird der Zug auch schon in das nächste Überkopf-Element geschoben. Wow, wie die Erde sich zu drehen scheint. Das schnelle Tempo bei der Ausfahrt und die folgende, bodennahe High-Speed Kurve, durch eine Felsspalte, leiten auch schon die nächste Rolle ein, bei der wir förmlich aus dem Sitz gerissen werden. Diesemal jedoch rechts herum. Unter uns die Gäste die eben dieses Feeling wohl in den nächsten 60 Minuten auch erfahren werden. Danach folgt die Durchfahrt durch den Looping und eine Helix, die uns auf die letzten Meter der Fahrt schickt. Doch was ist das? Eine Heartline-Roll, bei der wir uns direkt um die eigene Achse drehen? Aber doch nicht bei dem Tempo? – Oh doch. Der erste Gedanke geht an Maverick: Wurde dort nicht eine schnell zu durchfahrende Heartline-Roll, kurz vor der Eröffnung entfernt? Aber die Firma Mack-Rides hat ihre Hausaufgaben gemacht, so dass diese Rolle wohl ein besonderes Erlebnis für Jung und Alt wird. Bei der Durchfahrt, mit gefühlten 70 km/h, fühlen wir uns regelrecht durchgeschleudert. Die Geschwindigkeit, der enge Rollradius lässt einen den Puls höher schlagen. Fast automatisch gehen die Hände nach unten zum Griff, weil man kaum glauben mag, dass man diese Fahrfigur durchsteht. Wer die Bahn nicht kennt wird überrascht sein, wie weit man doch mit dem Hintern den Sitz verlässt, obwohl der Bügel doch bis dato so weit zu war ;-)… Aber auch dieses Element übersteht man getrost mit Armen oben. Ein Rausfallen wird durch das innovative Bügelsystem ausgeschlossen. Alles hält. Tempo dennoch satt. Hinein in die letzte Kurve, vorbei an den Köpfen der wartenden Gäste auf die das Abenteuer noch folgt. Und dann sanft in die Bremse, die einen zurück in die Station begleitet. Wow. Was für eine Fahrt. Leider ist sie schon zu Ende. In der Station angekommen, versucht ein Jeder erstmal seine Gedanken zu ordnen. Was war das? Haben wir das überstanden? Ist an mir noch alles dran? Der nächste Gedanke, der bei der Mehrzahl der Leute wohl folgt: > NOCHMAL!!!! Beim Ausstieg sammelt sich der eine oder Andere, der nächste kann es kaum erwarten nochmal einzusteigen. Lange Wartezeiten hin oder her. Blue Fire – Du hast uns gefesselt! So wird es bestimmt in nächster Zeit wieder heißen: Auf nach Island! Unser Fazit: Blue Fire zählt wohl mit zu den interessantesten Neuheiten in der Saison 2009, wenn sie nicht sogar DIE Neuheit in europäischen Freizeitparks in diesem Jahr ist. Klasse Thematik die ständig weiter wächst. Nach unserem Besuch wurde sogar noch weitere Züge eingesetzt, welche dafür sorgen, dass die Wartezeit immer weiter reduziert wird. Aber auch 60 Minuten Wartezeit und mehr lohnen sich für diese Bahn auf jeden Fall. Kein Ruckeln, kein Schlagen, keine heißen Ohren. Die Fahrt vorbei an Felsen, der rasante, aber dennoch familientaugliche Katapultstart, die Fahrfiguren – einfach fast alles passt an dieser Bahn. Einzig die Optik der Wagen mag auch nach der 15 Fahrt einem Achterbahnfan nicht wirklich gefallen. In meinen Augen passt diese leider nicht zu der restlichen Aufmachung des High-Tech Coasters. Hier hätte ich mir persönlich etwas nostalgischeres, von der Optik her, erhofft. Für das was geboten wird, passt diese Aufmachung leider nicht so gut ins Gesamtbild. Aber das ist somit auch der einzige negative Punkt den die Bahn wohl in unseren Augen momentan zieht. Wir kommen wieder!

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