Wing Coaster im Toverland (NL) eröffnet

Rise like a Fénix

Im niederländischen Toverland wurden gleich mehrere neue Saison-Highlights präsentiert. So eröffnete der Park neben dem komplett neuen Themenbereich Avalon, eine Bootsfahrt mit Dark-Ride-Part, sowie vor allem aber auch eine niegelnagelneue Achterbahn aus dem Hause B&M.

Der Wingcoaster hört auf den Namen „Fénix“ und beschreibt das Fabelwesen des Phönix, des aus der Asche wiedergeborenen Feuervogels. Der griechischen Mythologie nach, erfällt der Vogel am Ende seines Lebens zu Asche, verbrennt regelrecht, um später aus dieser widergeboren zu werden.

So erhebt sich der blaue Stahlkoloss weit über den für den Bootsfahrt „Merlins Quest“ zurecht modelierten See. Mit rund 40 Meter Höhe, gut 800 Meter Länge und einer Geschwindigkeit von knapp unter 100 Stundenkilometern, ist er vor allem aus dem Park überall zu sehen, jedoch aufgrund seiner extrem Laufruhe, nur vom Nahen zu hören.

Der Fahrverlauf

Nachdem sich Fénix den rund 40 Meter hohen Lift herauf geschwungen hat, gleitet er nach einer 90 Grad Kurve nach rechts, zugleich im Sturzflug, in einem Dive-Drop, wie er von vielen Wing-Coastern bekannt ist. Es folgt ein erster Head-Chopper Effekt, während die Bahn mit einem großen Airtime Hügel über den See fegt. Unter der nächsten Senke, der zweiten Brücke im Themenbereich hindurch, wird der Passagier, mit ordentlich Druck, in die untere Einfahrt des Immelmann-Turns geschoben. Wer jetzt denkt verschnaufen zu können täuscht sich, denn bereits auf diesen Umschwung folgt dann die Einfahrt in die nächste G-Kräfte-lastige Figur der Strecke, der sehr eng durchfahrenen Helix, welche in seiner Ausfahrt in die Zero-G-Roll, zurück über den See, führt.

Nachdem der Feuervogel ein weiteres Mal eine Brücke unterquert hat, folgt sogleich nach einer intensiven links Kurve, die vorletzte Kurve nach rechts, um in einem schnellen Richtungswechsel in die Blockbremse vor der Station zu gelangen.

Endlich. Hier gibts dann Verschnaufspause, wenngleich der Zug noch genug Schwung gehabt hätte, um die allseits bekannte langsame Rolle eines Wing-Coasters, oder andere Inversionen zu durchfahren. Nunja, es ist ja auch ein kleiner Park in den Niederlanden, und kein Big-Player aus den Staaten, von dem hier berichtet wird ;-).

Aber auch nach diesem kurzen, unfassbar intensiven Ritt, bleibt einem Fénix doch im Gedächtnis.

War es nicht so, dass Wing-Coaster generell recht behäbig und träge wirken? Gerade aufgrund ihrer Größe, kann man oft von außen meinen sie würden fast stehen bleiben. Bestes Beispiel ist hierfür wohl der Flug der Dämonen, im niedersächsischen Heide Park. Zwar durchfährt man dort deutlich mehr Inversionen und ganz andere Elemente, aber hat zu keinem Zeitpunkt ein ähnliches Geschwindigkeitsgefühl von der Bahn, wie es hier beim Fénix erlebt wird. Sogar von außen, wenn der orangene, in der Sonne funkelnde Zug, über den See schießt, kommt es einem so vor, als wenn hier im Sturzflug des Vogels die Federn im Wind flattern.

Fazit und Empfehlung an den Park:

Zwar konnten wir anfängliche technische Probleme beobachten, so machten doch die Ride-Operators, wenngleich es der erste Tag war, eine sehr gute Figur. Sicherlich kann an der zeitlichen Abfertigung noch gearbeitet werden, was aber sicherlich auch der verkorksten Station geschuldet ist. Hier gibt es nämlich die wohl schlimmsten Ausstiege einer Achterbahn der neuen Generation, die wir in den letzten Jahren erleben konnten:

Wing-Coaster typisch kann hier ja nicht der Fahrgast von rechts, einfach nach links aussteigen, da die Sitzplätze ja neben der Schiene angebracht werden. In Sevenum wurde dies gelöst, indem der Fahrgast nach seinem Ritt ein paar Stufen herab geführt wird, und dort unterirdisch beide Seiten des Rides zusammen geführt werden. Der Ausgang aus der Station, die ersten 2 Meter herab, ist jedoch so steil, dass die Stufen einen förmlich dazu anstacheln wollen sich auf die Nase zu legen. Die Tritte sind nicht einmal Fußlang, so dass es sehr schwer fällt hier sicher herab zu steigen. Man könnte glatt meinen, man hätte hier vergessen, dass noch ein Ausgang hin müsse und hat improvisiert. Das auf halber Höhe, direkt im 90 Grad Knick der Treppe stehende Drehkreuz, welches augenscheinlich nur der Funktion des Nicht-Zurück-in-die-Station-gelangens  dienlich ist, setzt hier dem Ganzen dann die Krone auf. Wir warten gespannt auf die ersten Bild-Zeitung Berichte, bei dem sich die ersten Besucher am Drehkreuz den Kopf aufgeschlagen haben, da sie die Treppe herunter gestürzt sind.
Wir raten dem Park hier dringlichst nachzubessern und die Treppe deutlich zu „entschärfen“, bevor es zu ernsthaften Verletzungen kommt.

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