Disneyland Paris
Hype, Kindheitstraum oder Realitätsverlust?
Ein jedes Kind träumt davon. So manch Erwachsener träumt davon. Manch einer fällt glatt in Ohnmacht wenn er Mickey, Dornröschen, Goofy oder einem seiner Freunde im echten Leben begegnet. Ist dies einfach ein Hype oder ein Must-Do auf der Bucket List? Wir versuchen diesem hier auf den Grund zu gehen.
Vor knapp 30 Jahren eröffnete im französischen Chessy das wohl lebendig gewordene Märchen schlechthin. Der amerikanische Visinonär Walt Disney brachte mit seiner Idee, die Geschichten rund um Mickey Mouse und die anderen Charaktere in Fahrgeschäfte und Shows lebendig werden zu lassen, einen zu dem Zeitpunkt ganz neuen Ansatz mit nach Europa. Viele der bis dato existierenden Parks entstanden zwar ähnlich, jedoch keiner in diesen Ausmaßen und Dimensionen geplant und umgesetzt wie der französische Disneypark.
Genau genommen sind es sogar zwei – der Disney Studio Park und der eigentliche Disneyland Park, womit die Anlage in Frankreich mit als kleinste Disneyland Destination zählt.
Jeder Erwachsene, aber auch jedes Kind, egal in welchem Alter hat bereits von Disneyland gehört und verbindet hiermit automatisch eine tolle und schöne Zeit im Reich von Mickey Mouse und seinen Freunden. Jeder kennt die Filme, jeder kennt die Charaktere – auch wenn hier ständig neue erschaffen werden.
Was bietet Disneyland Paris?
Eins vorweg: Ein Achterbahn-Fan der insbesondere nur den Nervenkitzel und das Adrenalin durch Stahl und Holzachterbahnen sucht, wird hier wohl nicht ganz auf seine Kosten kommen.
In den beiden Parks des Areals finden sich vor allem Attraktionen für die ganze Familie. Wo der Disneyland-Park selbst vor allem auf die kleineren Gäste abziehlt und vor allem mit dem „magischen“ Disney zutun hat, so weißt der Studio Park direkt nebenan mehr mit Action und Adrenalin aufzuweisen. Namhafte Achterbahnen wie „Big Thunder Mountain“ oder „Hyperspace Mountain“ sind bekannte Bahnen die wohl jeder schon mal im Namen gehört, oder die äußere Anmutung gesehen hat. Was Disney Attraktionen generell aber alle zu bieten haben ist eine einzigartige Optik. Wenn auch die Story Line nicht unbedingt schlüssig ist (wie bei Big Thunder Mountain) oder aber man nach ein paar Jahren versucht hat hier eine andere Lizenz bzw. Brand einer Attraktion zu verpassen (siehe Hyperspace Mountain), so können die Attraktionen doch vor allem mit ihrem Zustand punkten. Auch schafft es Disney aus einer alten, sehr beliebten Attraktion wie der Katapultachterbahn „Rock ´n Rollercoaster“ in einem neuen Gewand eine komplett neue Geschichte zu erzählen. Die Attraktion bleibt gleich, man puscht aber die Optik, die Technik und die Story so gewaltig, als dass hier etwas augenscheinlich „Neues“ entstanden ist.
Die meisten der Attraktionen in beiden Parks sind jedoch Darkrides und geführte Themenfahrten. Aufgrund der ganzjährigen Öffnung des Parks ist aber leider damit zu rechnen, dass ab und an mal etwas geschlossen ist. Dies kommt aber sicherlich den Attraktionen sehr zu Gute, da durchweg jeder Ride einfach wie „aus dem Ei gepellt“ aussieht. Kaum zu glauben, dass manche Attraktionen schon 30 Jahre alt sind.
Die Darkrides in beiden Parks sind teilweise Unikate oder aber nur in Schwesterparks von Disney zu finden. Ja teilweise ähneln sie sich optisch so sehr, dass man bei Videos auf YouTube ohne die Information des Creators garnicht unbedingt erkennt in welchem Park auf der Welt man sich gerade befindet.
Immer wieder setzt Disney hier neue Maßstäbe was die technische Umsetzung anbelangt. Wo andere große, weltweit bekannte Parks wie Universal oder auch der deutsche Europa-Park mit tollen bewegten Figuren (Animatroniks) aufwartet, übertrifft Disney diese doch in der technischen Umsetzung nahezu immer. Nahezu menschliche Bewegungen wie der Über-Lebensgroßen Iron-Man Animatronik in der angesprochenen „Avengers Alliance Flight Force“ zeigen wie es wirklich geht. Wenn dann noch Mimik im Gesicht hinzu kommen soll, projeziert man kurzerhand einfach das Gesicht auf den sich bewegenden Animatronik. Dies aber nicht nur in Paris sondern generell in allen Disney Parks weltweit. Hier verschwindet schnell der Unterschied zwischen künstlicher Figur und Realität.
Für Familien, aber auch AchterbahnFans ein Highlight, sind sicherlich die Shows. Vor ein paar Jahren legte hier Universal in Florida die Messlatte mit der neuen „Bourne Stuntactular“ Show die Messlatte sehr hoch. In dieser Multidimensionalen Live Show vermischt mit Medien-Content im Hintergrund, bei dem der Vordergrund physisch stattfindet und der Hintergrund digital ist, zeigte man eindrucksvoll wie man in diesem Zeitalter das Publikum begeistert.
Genau in diesem Stil hat Disneyland Paris nun „Pixar – a musical adventure“ geschaffen. Begleite Buzz Lightyear, Woody und Co durch eine Traumwelt und erlebe die Helden dabei mit Tanz und Gesang wie sie Abenteuer erleben und auch hier den multimedialen Content mit der realen Welt zu verschmelzen.
Vor allem den freundlichen Disney Characters geschuldet kommt hier die ganze Familie auf ihre Kosten.
Neben diesem neuen Show-Highlight gibt es aber auch klassische Dinge in der neusten Art und Weise, wie „König der Löwen“, welches hier in einer 30 minütigen Show, die gesamte Lion-King Story herunterbricht und mit Tanz und Live-Musik einem Gänsehaut Feeling beschert. Meiner persönlichen Meinung nach rechtfertigt alleine diese Show schon 30% des Eintrittspreises – wenn man bedenkt was ein Musical Besuch im Jahr 2024 alleine kostet.

Apropo Kosten
Ja Preise sind bei Disney immer so eine Sache. Angefangen beim Eintritt, bei den Übernachtungen im Themenhotel, beim Essen oder auch beim Merchendise legt hier Disney andere Maßstäbe an. Wer hier glaubt auch nur im Ansatz etwas dem Preis entsprechendes im Park zu finden, wird wohl spätestens am Eingang eines besseren Belehrt. Parkplatzgebühren die auf Großstadt Niveau sind, Tages-Eintrittspreise im dreistelligen Bereich wo andere Parks mit einer Jahreskarte winken und Essenspreise die einem auf dem Hot-Dog das Blattgold suchen lassen, verzaubern hier Familien mit Kinderns sicherlich eher weniger. Hier lebt Disney frei nach dem Motto „der Gast kauft es ja trotzdem“, egal wie teuer es auch sein mag. Wo in Universal mit den Harry Potter Dingen geglänzt und Umsatz generiert wird, so sind es in Disney vor allem die Haarreifen mit Mickey-Mouse Ohren in allen möglichen Formen, Farben oder sogar mit Special Effects, Limited Editions oder Saison abhänigigem Design. Generell ist Disney der Merch Faktor so abgehoben dass es extrem viele Dinge gibt, die nur „in Disney“ wohl cool sind. Oder wer läuft bitte in seiner sonstigen Freizeit als Erwachsener mit einem Schrei-Pinken Oversized Pulli mit Plush und 3D-Print herum oder steckt sich für 300 Euro Mickey-Mouse Ohren auf seinen Kopf?
Hingegen zu anderen bekannten Freizeitparks kann man bei DIsney aber durchaus auch mal Schnäppchen im Merchendise Bereich machen. Immer wieder gibt es Aktionen die vieles deutlich vergünstigt bereit stellen. Ob man diese Dinge aber wirklich braucht oder haben muss, das muss Jeder für sich selbst entscheiden.
Übernachten kann man auch bei Disney
Wer hier jedoch ein preis-Leistungsverhältnis wie bei anderen großen Themenparks wie dem Europa-Park sucht, wird wohl maßlos enttäuscht werden. Das Preisniveau der Disney eigenen Themenhotels spielt wohl in keinem Ansatz die Qualität der Zimmer oder der Anlagen selbst wieder. Hier wird vor allem auf Masse statt auf Klasse gesetzt. Teilweise sind die Zimmer sehr abgerockt, sogar wenn man in einem der vier-Sterne Hotels wie dem „Newport Bay Club“ übernachtet. Wer jedoch glaubt, dass in einem frisch renovierten Hotel wie dem „New York – The Art of Marvel“ besser bedient ist, wird auch hier leider wohl enttäuscht werden. Augenscheinlich legt man hier nicht unbedingt in der „normalen“ Preisriege Wert auf Qualtität – zumindest was den Pflegezustand und den Reinigungszustand anbelangt. Hier können andere Freizeitparks mit Themenhotel deutlich mehr bieten. Jeder der sich über das hohe Preisnvieau des Europa-Parks und dessen Themenhotels aufregt, sollte lieber garnicht erst in einem der Disney Hotels übernachten. Zwar gibt es reichlich preisliche unterschiede der einzelnen Hotels, jedoch sind allesamt für das was sie bieten in meinen Augen viel zu teuer. Nicht zu vergessen – Alle Übernachtungspreise sind grundsätzlich ohne Frühstück – dieses wird zwischen 20 und 50 Euro pro Person am Tag hinzu gerechnet.

Als Beispiel: Wo in einem Europa-Park Themenhotel der Übernachtungspreis in einem der Themenhotels wie dem Colosseo oder dem Bell Rock bei gut 350 Euro pro Nacht liegt (Fünf Personen – 2x Erw. + 3x Kind), inkl. Frühstück, müsste hier die selbe Familie mit mindestens dem Doppelten, eher dem dreifachen Preis rechnen – OHNE Frühstück. Und das bei einer erheblich schlechteren Qualtität. Das „Art of Marvel“ würde die selbe Familie zur selben Zeit ungefähr 1150 Euro pro Nacht kosten, zzgl. Frühstück von ca. 80 €.
Wärst du bereit das zu zahlen?
Das Gute ist aber, dass gerade rund um Disney es unfassbar viele gute Alternativen gibt. Zwar ist man dann nicht unbedingt in fußläufiger Nähe direkt am Disney Village sondern muss mit dem Shuttle fahren, aber die Meisten Hotels in der Nähe bieten hier diesen kostenlosen Service ebenso an wie ein inkludiertes Frühstück.
Wer ein wenig Disney Magie erleben möchte ohne aber nur einer einzigen Mickey-Mouse über den Weg zu laufen, dem empfehlen wir hier an dieser Stelle gerne das Hotel „Dream Castle“ welches weniger als 10 Minuten vom Park entfernt ist und neben einem reichhaltigen Frühstück, tolle Zimmer und einem akzeptablen Preisniveau durchaus eine sehr brauchbare Alternative darstellt.
Praktisches Beispiel: Während unseres Aufenthaltes im Januar 2024 kostete hier die Übernachtung im Doppelzimmer, inkl. Frühstück für zwei Personen, knapp 150 Euro, anstelle von 560 Euro (ohne Frühstück) für eine einzelne Nacht im New Port Bay Club.
wird weiter fortgeführt!

